Aschenkreuzgottesdienst – Ein Kreuz als Zeichen für den Neubeginn

Der ökumenische Aschenkreuzgottesdienst der Mädchenrealschule findet traditionell am Montag nach den Faschingsferien statt. Bis Faschingsdienstag wurde im Rahmen des bunten Faschings ausgiebig gefeiert, getanzt und verkleidet, doch von Aschermittwoch bis Ostern soll jetzt eine Zeit kommen, um innezuhalten. Im Gottesdienst der Mädchenrealschule kommen Schülerinnen, Lehrer und Erzieher zusammen, um gemeinsam die Fastenzeit zu beginnen.

Thema der Predigt von Pfarrer Brendel und Pfarrer Brand war in diesem Jahr der falsche Weg, den viele Menschen einschlagen, wenn sie Fehler begehen. Manche gehen diesen Weg sehr lang, manche nur kurz, wieder andere nur einen Augenblick, beispielsweise aufgrund einer Lüge oder Lästerei, wie die beiden Geistlichen erklärten. Dass keiner davor geschützt ist, Fehler zu machen, verdeutlichte die Lesung aus Jona 3, 1-10. In dieser Erzählung des Alten Testaments begingen die Menschen einer ganzen Stadt, Ninive, jeden Tag erneut Unrecht, ohne sich dafür zu schämen oder Buße zu tun. Zugleich machte die Geschichte jedoch auch deutlich, dass Gott den Menschen die Möglichkeit gibt, umzukehren und wieder auf den richtigen Weg zu gelangen. So sendete Gott damals seinen warnenden Propheten Jona in der Stadt Ninive, um den Bewohnern ihr Fehlverhalten aufzuzeigen, indem er ihnen die Zerstörung ihrer Stadt androhte. Die Menschen dort erkannten ihre Fehler: Sie hörten zu, fasteten und änderten sich, so dass Gott von der angedrohten Katastrophe abließ.

Für uns ist die Fastenzeit die Zeit, in der wir in uns gehen können, von Überflüssigem ablassen und uns somit auf das wirklich Wichtige im Leben besinnen können, machten Pfarrer Brendel und Pfarrer Brand deutlich.

Das fehlerhafte Alte soll dabei vergehen und zu Asche werden: eine schlechte Angewohnheit, eine alte Geschichte, die uns noch nachhängt, oder eine falsche Ausrichtung des Lebens. Das Fasten und die Regeln sind keine Strafe Gottes, sondern das Gegenteil: Gott möchte den Menschen damit die Hand reichen und jeden einzelnen einladen, umzukehren, den guten Weg zu erkennen und das Herz für den Glauben, der frei macht, zu öffnen. Zum äußeren Zeichen der Umkehr und des Glaubens an das Evangelium dient das Aschekreuz, das alle Teilnehmer des Gottesdienstes empfingen. Frau Weidler begleitete die Zelebration mit den passenden Klavierliedern.

 

                                                                                                                     Fr. Bach