Autorenlesung mit Tanja Kinkel an der Mädchenrealschule Abenberg für einen guten Zweck

Die Mädchenrealschule Abenberg durfte Mitte Mai 2017 die renommierte Bestsellerautorin Dr. Tanja Kinkel zu einer Autorenlesung begrüßen. Sie schrieb bisher viele historische Romane, aber auch zeitgenössische Literatur, Kurzgeschichten, Krimis und Märchen.

An der Schule las Kinkel aus den Büchern „Die Puppenspieler“ und „Manduchai – Die letzte Kriegerkönigin“. Danach gab sie dem jungen Publikum einen Einblick in ihre interessante Arbeit.

Die gebürtige Bambergerin freute sich sehr, im Rahmen ihrer Tätigkeit als Turmschreiberin in Abenberg die Schülerinnen für Literatur und ihre Arbeit begeistern zu können und erzählte, dass ihr Buch „Die Puppenspieler“ nach langen Planungen nun mit leidenschaftlichem Engagement der Schauspieler verfilmt wurde und auf den Filmfestspielen im Juni in München zu sehen sein wird. Nachdem sie einige Bilder über die Dreharbeiten gezeigt hatte, gab Frau Kinkel mit Hilfe einer Leseprobe einen kleinen Einblick in diesen historischen Roman. Erst vor Kurzem hatte die Schriftstellerin in der Bamberger Zeitschrift „Leben“ verraten, dass sie gerade in Bezug auf dieses Buch oft auf ihren katholischen Glauben angesprochen werde. Denn neben der mächtigen Handelsfamilie Fugger steht in „Die Puppenspieler“ auch die Hexenverbrennung im Vordergrund. Kinkel erklärte jedoch, dass für sie das aktuelle Handeln der Kirche ausschlaggebender sei als deren Fehler in der Vergangenheit. Sie sei froh, über die Schritte, die die katholische Kirche inzwischen unternommen habe, und hoffe, dass noch weitere folgen werden. Die positive Erfahrung, die sie mit Priestern, Mönchen und Nonnen gemacht habe und das besondere Gefühl, dass sie bei der Messe – und speziell bei der Kommunion empfinde – wiege für sie schwerer. Bei ihren moralischen Vorstellungen ließe sie sich zudem von den Grundsätzen ihres Glaubens leiten.

Ein weiterer Schwerpunkt der Lesung lag auf „Manduchai – Die letzte Kriegerkönigin“, ein Buch über das mongolische Weltreich des 15. Jahrhunderts. Manduchai, die mächtigste Herrscherin ihrer Zeit, muss sich gegen ungeheure Widerstände bis an die Spitze der Mongolenheere kämpfen. Darüber hinaus gab die Schriftstellerin Einblicke in einige Szenen des Romans und zeigte eindrucksvolle Bilder ihrer Recherche-Reise nach Asien, womit sie das Publikum begeisterte. Die Schülerinnen erfuhren, dass auch heute noch ein Großteil der Bevölkerung in der Mongolei als Nomadenvolk lebt. Sie betreibe vor allem Viehzucht und lebe in den traditionellen Jurten, die in wenigen Stunden aufgebaut werden können. Da Frau Kinkel mit einem Chauffeur durch das Land fuhr und oft abseits von Straßen unterwegs war, lernte sie nicht nur die einfache Lebensweise der Mongolen, sondern auch deren wundervolle unberührte Landschaft kennen, wo sie vor allem von der blauen Weite des Himmels beeindruckt wurde.

Im Anschluss an die Lesung konnten Fragen gestellt werden, wobei die Schülerinnen, Erzieherinnen und Lehrkräfte auch private Anekdoten aus dem Autorenleben erfuhren. Auf ein Honorar hat die Bestsellerautorin verzichtet: Deshalb spendete die Mädchenrealschule einen Betrag an den von Tanja Kinkel gegründeten Verein „Brot und Bücher“, der Kinder oder Bedürftige in Indien und Afrika unterstützt. Aktuell will der Verein beispielsweise Kinder mit Behinderung in Benin durch den Bau einer Schule und eines Internats für Gehörlose unterstützen. „Sie sind auch Menschen, die eine Zukunft verdient haben“, ist Kinkels eindringlicher Appell in „Leben“. In Bezug auf die Verantwortung ihrer Tätigkeit als Schriftstellerin und ihren Wunsch Menschen zur Bildung zu verhelfen, erklärte sie: „Man kann die Welt durch Vorbild und menschlichen Einsatz verbessern, das kann durch Bücher geschehen. Ein Buch kann dazu beitragen, die Welt zu verbessern oder zu verschlimmern.“

Tipp: Das vollständige Interview mit der Zeitschrift „Leben“, mit der Tanja Kinkel über ihren römisch-katholischen Glauben gesprochen hat, findet sich unter: http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/bestsellerautorin-darum-bleibe-ich-katholisch

Fr. Bach