MRS Abenberg erhält Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“

„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ – Dieser Titel wurde am vergangenen Mittwoch der Mädchenrealschule Marienburg Abenberg verliehen. Dabei handelt es sich um ein bundesweites Projekt für alle Schularten, um gegen Ungleichheit, Ausgrenzung und Diskriminierung in den Schulen vorzugehen und um auf bereits aufkeimenden Rassismus aufmerksam zu machen. In einer harmonischen Feierstunde, die von der Zehntklässlerin Jana Hanisch moderiert wurde, kamen dazu alle Schülerinnen und Lehrkräfte sowie zahlreiche Ehrengäste in der Turnhalle der Realschule zusammen. Eröffnet wurde die Feier mit dem Klavierstück „Memory“ aus dem Musical „Cats“, welches von Lena Handschuck aus der 6. Klasse dargeboten wurde. Anschließend begrüßte die Schulleiterin Doris Hengster nicht nur die Schülerinnen und Lehrkräfte, sondern auch zahlreiche Ehrengäste, die sich zu diesem Ereignis in der Mädchenrealschule eingefunden haben. Frau Hengster machte in ihrer Ansprache deutlich, dass die Mädchen die Integration ohne Rassismus leben und jeglicher Form von Ausgrenzung schon im Aufkeimen die Stirn bieten, was sie sehr Stolz mache.

Anschließend erhielten die Ehrengäste die Möglichkeit, kurze Grußworte an die Schülerinnen zu richten. Der Schulreferent der Diözese Eichstätt Ordinariatsrat Diakon Dr. Peter Nothaft stellte fest, dass sich Courage und das Einsetzen für Toleranz und Gemeinschaft lohne. Es sei wichtig, eine Haltung aufzubauen, die Ausgrenzung wegen anderer Herkunft oder Hautfarbe überhaupt nicht entstehen lasse. Er freue sich, dass die Mädchen mit Mut und Engagement gegen solche Tendenzen vorgehen und hoffe, dass diese Haltung nicht nur in der Schule, sondern auch auf dem späteren Lebensweg erhalten bleibt.

Johann Seitz, Ministerialbeauftragter der mittelfränkischen Realschulen, ergänzte in seiner Ansprache, dass die Bezeichnung „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ gerade in der heutigen Zeit mit zunehmendem Hass und Terror ein wichtiges Zeichen sei. Er bedankte sich für das umfassende Engagement der Mädchen, mahnte jedoch auch an, dass dieser Titel für die Schülerinnen wie auch für die Lehrkräfte eine Verpflichtung für die Zukunft sei, sich auch weiterhin für Mitmenschlichkeit einzusetzen.

Der stellvertretende Landrat des Landkreises Roth Walter Schnell sieht in dieser Auszeichnung einen Beweis, was die Schülerinnen in der Vergangenheit geleistet haben. Auch Schnell lenkte seinen Blick über die Schulmauern hinaus und machte deutlich, dass Rassismus in der Gesellschaft allgegenwärtig ist. Auch hier könnten die Mädchen nun als Vorbilder agieren und sich der Aufgabe stellen, dagegen vorzugehen. Darüber hinaus lobte er die Mädchenrealschule für ihr großes Engagement und ergänzte, dass dieser Titel auch den Landkreis ein kleines bisschen stolz mache.

Bevor es zur eigentlichen Verleihung des Titels ging, präsentierte die Klasse 7b unter der Leitung von Musiklehrerin Barbara Weidler eine äußerst stimmungsvolle Variation des Songs „Viva la vida“ der Britpop-Band Coldplay.

Anschließend betrat Bertram Höfer, Regionalkoordinator des Schulprojekts, die Bühne und erklärte, was der Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ für die Mädchen und die Schule jetzt und in der Zukunft bedeutet. Er macht deutlich, dass sich die Schülerinnen auf einen Weg gemacht haben, der aber noch nicht zu Ende sei. Mit der Verleihung des Titels sei lediglich ein Etappenziel erreicht, doch auch in Zukunft müsse dieser Titel jeden Tag mit neuem Leben gefüllt werden. Es gelte, jede Form von Diskriminierung und Ausgrenzung, Gewalt und Mobbing zu verhindern und so ein angenehmes Schulklima zu schaffen, sodass man gerne in die Schule geht. Wichtig sei es deshalb, hinzuschauen, wenn Mitschüler geärgert werden, und ihnen zu helfen. Als drittes Anliegen für die Zukunft ergänzt Höfer, sich einmal im Jahr ganz bewusst an diesen Titel zu erinnern und die Bedeutung und die Verantwortung auch an nachfolgende Schülergenerationen weiterzugeben. Er bedankt sich außerdem besonders beim Paten des Projekts, dem Pfarrer Tobias Brendel. Anschließend übergab der Regionalkoordinator die Urkunde und das Schild mit der Aufschrift „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ an Brendel, die Schulleiterin und natürlich an die Schülersprecherinnen Leoni Hecht und Mara-Elisabeth Hertle als Vertreter der Schülerinnen.

Die beiden letztgenannten gingen anschließend genauer auf ihre bisherigen Aktionen ein. Nachdem die Idee bereits im Schuljahr 2015/2016 geboren war, sich an der Aktion zu beteiligen, wurden von den Schülerinnen zahlreiche Aktionen durchgeführt. So beteiligten sich die Mädels nicht nur an der Landkreisaktion „Jeder Bürger einen Euro“, sondern packten auch Weihnachtsgeschenke für Asylkinder in Schwabach zusammen und unterstützen die Lebenshilfe. Die Schülerinnen der 7. Klasse besuchten einen Nachmittag in der Woche die Bewohner des nahegelegenen Altenheims, um dort miteinander Zeit zu verbringen und auch hier sozial tätig zu sein. Außerdem sammelten die Schülerinnen durch Kuchenverkauf mehrere hundert Euro, die sie beispielsweise an die Flüchtlingsrettung oder an ein Kinderkrankenhaus spendeten. Dennoch ruhen sich die Mädchen nicht auf ihren geleisteten Taten aus, sondern planen, im neuen Schuljahr erneut Spenden zu sammeln, um die Aktion „Miriams Hoffnung“ zu unterstützen, die sich für die Erforschung des bisher unheilbaren Rett-Syndroms einsetzt, an dem das kleine Mädchen Miriam leidet.

Anschließend richtet auch der Projektpate Brendel einige Worte an die Zuschauer. Er betont, sehr gerne Pate für dieses Projekt zu sein, da er einerseits die Rahmenbedingungen an der MRS Abenberg für sehr gut geeignet hält, um sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Andererseits sei es aber auch eine Eigenschaft eines Christen, keine anderen Menschen auszugrenzen und sich gegen Ungerechtigkeiten einzusetzen. Laut Brendel würde dies eben auch in den Klassen und im Kleinen beginnen, egal ob es nun ein Spruch wegen der Kleidung oder des alten Handys sei. Darum sei es wichtig, auch auf solche Formen der Ausgrenzung zu achten und gemeinsam dagegen vorzugehen. Es lohne sich, zusammenzuhalten und alle zu integrieren, da man gemeinsam auch stärker, mutiger und schlussendlich auch glücklicher wird. Für Brendel sei es daher eine große Freude, die Mädchen auf ihrem Weg auch in Zukunft begleiten zu dürfen.

Abgerundet wurde die gelungene Feier von Leonie Gruber aus der 8. Klasse am Klavier mit Ludovico Einaudis Stück „Una mattina“, das durch den Film „Ziemlich beste Freunde“ bekannt wurde. Dort geht es um einen schwarzen Migranten und einen Querschnittgelähmten in Frankreich, die nach und nach ihre anfänglichen Vorurteile ablegen und zu guten Freunden werden. Ein Abschluss, wie er nicht besser zu diesem Tag hätte passen können.

Hr. Kobras