„Unser Weg“ lauten Kunstwerk und Motto der diesjährigen Abschlussklasse der MRS Abenberg – und über 40% der Abschlussschülerinnen beenden diesen mit einer Eins vor dem Komma

Der Tag begann mit einem ökumenischen Gottesdienst mit Pfarrer Brand und Pfarrer Brendel in der Stillakirche, bei dem mittels eines Anspiels gezeigt wurde, welche Teile des Weges bereits abgeschlossen sind und welche die Schülerinnen noch gehen werden. Pfarrer Brendel legte in seiner Predigt dar, dass auch die weiteren Wegabschnitte und -kreuzungen mit Gottes Hilfe und Schutz hürdenlos begangen werden können. Als bekräftigendes Zeichen für diese Worte wurden die Schülerinnen bei der Segnung als Stärkung für den neuen Lebensabschnitt gesalbt.

Im Anschluss an den Gottesdienst begaben sich die Schülerinnen im kleinen Kreis und in aller Stille zum Grab der 2012 verstorbenen ehemaligen Schulleiterin Schwester Susanne, die zu Beginn des Weges der Schülerinnen noch Teil der Schulgemeinschaft gewesen war. Danach stellten sich die 27 adrett gekleideten Absolventinnen zum Klassenfoto auf.

Nach diesem emotionalen Moment begann der Festakt in der Turnhalle der Schule, auf Wunsch der Abschlussschülerinnen moderiert von der Lehrkraft Lisanne Schwerdt. Mit dem einleitenden Klavierstück „Una Mattina“ von Ludovico Einaudi führte die Musiklehrerin Barbara Weidler die zahlreichen Gäste an diesem Morgen in die Veranstaltung ein.

Die Direktorin, Doris Hengster, nahm in ihrer dann folgenden Rede Bezug auf das Motto der Schülerinnen. „Der Weg“ sei eine gemeinsame Zeit von sechs Schuljahren gewesen, die prägend für die Jugendlichen gewesen sei und sie zu einem festen der Teil der Schulfamilie gemacht habe. Hengster brachte ihren Stolz darüber zum Ausdruck, dass alle den Abschluss geschafft haben, davon elf der Absolventinnen mit einer Eins vor dem Komma. Sie dankte den Eltern, dem Lehrerkollegium und dem Team der Ganztagsbetreuung für ihre große Unterstützung. Symbolisch hatte sie „ihren Mädels“ einen Rucksack für deren weiteren Weg gepackt: Darin ein Paket gefüllt mit zahlreichen Erfahrungen, ein Schlüsselbund, der die Schlüsselqualifikationen wie Hilfsbereitschaft, Empathie und Toleranz symbolisierte; ein Smartphone als Zeichen für die starke Vernetzung der Schülerinnen und um nach wie vor in Kontakt bleiben zu können; ein Fotoalbum voll mit guten Erinnerungen, ein Seil, was Halt geben soll und ein Buch stellvertretend für die Bildung, die die Schülerinnen an der Schule erlangt haben. Die Kerze als Symbol für Freude, Hoffnung und Licht in der Dunkelheit und das Kreuz als Zeichen der Verbundenheit von den Menschen mit Gott rundeten den Inhalt des Rucksacks ab und werden fortan alle Schülerinnen auf ihren nun ganz individuellen Wegen durch das Leben begleiten.

Im Anschluss an die Rede stellte die Kunstgruppe der 10. Klasse das Motto genauer vor und zeigte dabei auch das Kunstwerk „Unser Weg“. Entstanden war die Idee auf der Abschlussfahrt in Wien, als die Schülerinnen gemeinsam mit der Klassenleitung Fr. Henkelmann das Hundertwassermuseum besucht hatten. Dabei berührte sie das Werk „Der große Weg“ des Künstlers sehr und so fand sich alsbald eine kleine Gruppe, bestehend aus vier Schülerinnen, die, wieder daheim, ein eigenes Kunstwerk erschufen, in dem die Kraft des Weges der Klasse ihren ganz eigenen künstlerischen Ausdruck fand.

Mit dem Song „Küss mich“ brachten die 5. Klässlerinnen das Publikum danach zum Lachen und Mitwippen und leiteten über zum Redebeitrag der Schulsprecherinnen Mara Hertle, Paula Luschka und Katharina Scheuerlein. Mara und Katharina wurden als erste und dritte Schulsprecherin verabschiedet.

Der Höhepunkt der Veranstaltung war selbstredend die feierliche Überreichung der Abschlusszeugnisse durch die Klassenleiterin Fr. Henkelmann und die Schulleiterin Doris Hengster. Herausragend waren die Leistungen der elf Jahrgangsbesten: Anna-Maria Meermann erzielte einen Gesamtnotendurchschnitt von 1,17, Eyleen Lang erwarb mit einem Gesamtnotendurchschnitt von 1,25 die mittlere Reife und Vanessa Plass mit einem Notendurchschnitt von 1,33. Auch Tamara Beißer und Mara Hertle (beide 1,42) sowie Leonie Plass (1,50) gehörten neben Jana Heumann und Laura Schwarz (beide 1,67), Anika Hufmann, Katja Hättig und Laura Precht (alle 1,83) zu den Jahrgangsbesten und alle bekamen entzückende kleine Sträußchen überreicht. Mit dem Klavierstück „Giorni Dispari“ spielte die Abschlussschülerin Adelheid Schneider sich dann in die Herzen des Publikums und entlockte so manchem Gast ein Tränchen, denn besonders diese „ungeraden Tage“ sind auf dem Weg des Lebens oft die bewegendsten: dann, wenn man sich hin und hergerissen fühlt zwischen Lachen und Weinen.

Abschlussschülerin Anna-Maria Meermann wurde für ihr ehrenamtliches und außerschulisches Engagement geehrt, da sie sich über einen längeren Zeitraum durch aktive Mitarbeit im Bereich der christlichen Jugendarbeit und der musikalischen Förderung hervorgehoben hat. Die Leiterin der Sparkasse Abenberg, Simone Maurer, überreichte der Schülerin feierlich den mit 150€ dotierten Sparkassenförderpreis für herausragendes außerunterrichtliches Engagement.

Mit selbstgebastelten Diplomen und Hüten wurden die sechs 10. Klässlerinnen, die in der Ganztagesbetreuung waren, von den Erzieherinnen verabschiedet. Mit Maria Hemmerich und Sieglinde Beißer verliert der Elternbeirat aufgrund des Abschlusses derer Töchter zwei wichtige Mitglieder, weshalb sich Elternbeiratsmitglied Effenberger und auch Direktorin Hengster für die gemeinsame Zeit bedankten. Ein Dank galt ebenso Helga Breden, die die Dekoration in Kirche und Festsaal freiwillig übernahm. Untermalt wurde die Veranstaltung mit dem Gesang von Sophia Hemmerich (Kl.10), die gemeinsam mit Laura Schwarz (Kl.10) „Let it be“ von den Beatles sang und von Adelheid Schneider (Kl.10), die das Klavierstück „Giorni dispari“ von Ludovico Einaudi spielte.

Mit Blumen und Geschenken verabschiedeten sich die Schülerinnen der 10. Klasse dann von ihren Lehrkräften und dem Hauspersonal. Mit einem Wagen voller roter, langstieliger Rosen kam Hausmeister Peter Büchner, elegant in der Rolle des „Bachelors“, in den Saal gefahren und auf seine Frage hin, ob jede einzelne der Abschlussschülerinnen diese auch annehmen werde, hörte man ein lautes und einvernehmliches JA, was die Gäste zu Jubelrufen animierte. Das Ende dieses wunderbaren Vormittags läutete die Abschlussklasse dann mit dem Lied „Unser Tag“ von Andreas Bourani ein, bei dem sie gesanglich von der 5. Klasse unterstützt wurde, und bildete so den emotionalen Schlusspunkt und gleichzeitig den Auftakt zum kulinarischen Ausklang der Feier in der Pausenhalle.

Fr. Schwerdt