Am Mittwoch, 17.07.19, durfte unsere Klasse 9a am Workshop „Irgendwie anders“ teilnehmen, ein Workshop im Rahmen von SCHULE OHNE RASSISMUS – SCHULE MIT COURAGE. Der Workshop wurde von Ramona und Max, zwei Sozialpädagog*innen vom Kreisjugendring Nürnberg, geleitet. Zu Beginn mussten wir uns in einer Vorstellungsrunde eine Lüge und eine Wahrheit über uns erzählen, die anderen sollten erraten, welches die Lüge war. Nachdem wir mit der Runde durchwaren, haben wir ein Spiel gespielt. Dafür wurde unsere Klasse in zwei Gruppen aufgeteilt und wir mussten uns jemandem von der anderen Gruppe gegenüberstellen. Wir haben dann von Max Fragen gestellt bekommen und sollten sie für unser Gegenüber beantworten. Es waren Fragen wie „Welche Sprache möchtest du einmal lernen?“ oder „Wie viele Zimmer hat dein Haus / deine Wohnung?“

Bei vielen Fragen wussten wir die Antwort, da wir uns bereits seit vielen Jahren kennen, bei anderen Fragen wiederum mussten wir unsere Intuition entscheiden lassen.

Im Anschluss haben Max und Ramona uns ein Rollenspiel vorgespielt: Wir waren alle auf der Insel Albatros und sie waren Einheimische, die nicht unsere Sprache gesprochen haben. Bei uns kam es im Rollenspiel so an, als wäre auf der Insel die Frau eher unterwürfig und nicht so viel wert, sie durfte beispielsweise nicht gleichzeitig wie der Mann essen. Im Nachhinein hat sich allerdings herausgestellt, dass das Gegenteil der Fall war. Der Mann hat zuerst gegessen, um zu sehen, ob das Essen vergiftet ist, da die Frau einen sehr hohen Stand auf Albatros genießt. Zum Schluss haben wir noch ein Spiel gespielt, bei dem jeder eine Person zugeteilt worden ist, z.B. Tochter eines Botschafters, illegaler Einwanderer oder Kind einer streng gläubigen Familie. Zunächst wusste keiner, welche Person ein anderer war, man wusste nur, wer man selber war. Wir mussten uns alle in einer Reihe aufstellen und uns wurden Fragen gestellt wie „Kannst du es dir leisten mit deinen Freunden ins Kino zu gehen?“ oder „Hast du die Möglichkeit deinen Traumberuf auszuüben?“ Jedes Mal, wenn wir einer der Fragen mit >ja< beantworten konnten, sollten wir einen Schritt nach vorne gehen. Die Tochter des Botschafters stand am Ende des Spiels sehr weit vorne, während sich der illegale Einwanderer nicht von der Stelle bewegt hatte.

Der Workshop sollte uns zeigen, dass es menschlich und absolut normal ist, Vorurteile zu haben, man sich aber nicht zu sehr von ihnen lenken lassen sollte. Bevor man etwas über einen Menschen behauptet, sollte man ihn erst einmal richtig kennenlernen. Und wir dürfen niemanden verurteilen, nur weil er vielleicht nicht dieselbe Sprache spricht wie wir, er eine Behinderung hat, er eine andere Religion hat oder an etwas anderes glaubt. Wir sind alle Menschen und wir sind alle einzigartig aber auch für irgendjemanden „irgendwie anders“ und dennoch auch alle gleich.

R. Kucera, 9a