Pädagogisches Konzept für die offene Ganztagsschule der Mädchenrealschule Marienburg Abenberg

1.    Zielsetzung und Angebot

1.1. Zusammensetzung der Schülerschaft

1.1.1.   Unsere Schülerinnen

Die Schule unterrichtet mono-edukativ, so besuchen ausschließlich Mädchen im Alter von 10 bis 16 Jahren die Ganztagsbetreuung. Die Schülerschaft rekrutiert sich aus dem Großraum Abenberg/LandkreisRoth/Stadt Schwabach. Somit haben wir ein ländliches, als auch städtisches Einzugsgebiet.

Die Teilnahme der Eltern an den Elterngesprächen ist rege, auf gesonderte Einladung kommen die Eltern zuverlässig.

1.1.2. Förderung

Aufgrund der Pubertät und einer immer stärker leistungsorientierten Gesellschaft nehmen die psychischen Belastungen der Schülerinnen und damit auch deren Förderbedarf signifikant zu.

Auch die sozialen Medien spielen für die Schülerinnen eine immer stärkere Rolle. Jedoch ist  festzustellen, dass dieses Medium sehr oft missbraucht wird und dadurch vermehrt soziale Konflikte entstehen, die durch das Fachpersonal mithilfe von Krisenintervention zu lösen versucht werden.

Der erhöhte Förderbedarf zeigt sich in vermehrter Netzwerkarbeit zwischen dem pädagogischen Fachpersonal der Ganztagsbetreuung, Lehrkräften und der Schulleitung.

In zunehmendem Maße erhöht sich die Zahl der Schülerinnen, die eine Lese- und Rechtschreibstörung, Dyskalkulie sowie auch ADS/ADHS als Diagnose bekommen. Auch dies hat Auswirkungen auf die tägliche Arbeit der GTB. Die Schülerinnen benötigen deutlich mehr Aufmerksamkeit, Bindungsarbeit und Unterstützung bei den Hausaufgaben.

1.2. Allgemeine Zielsetzung

Die Mädchenrealschule Abenberg bietet für die 5. bis 10. Jahrgangsstufe eine offene Ganztagsbetreuung mit dem Ziel, eine familienergänzende und schulbegleitende Hilfe zu sein.

Hierbei gilt es, die Eltern in ihrer Erziehungsarbeit und bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu unterstützen, wobei das Erziehungskonzept am christlichen Menschenbild orientiert ist.

1.2.1. Das christliche Menschenbild

Die Mitarbeiter der Ganztagsbetreuung richten ihr pädagogisches Wirken am christlichen Menschenbild aus. Dieses leitet die Würde des Menschen aus der Überzeugung ab, dass jeder  Mensch das Ebenbild Gottes ist. Durch eine Erziehung zur Freiheit sollen die Schülerinnen lernen, sich von unnötigen Zwängen ihres gesellschaftlichen Umfeldes zu lösen. Sie sollen sich so zu Persönlichkeiten entwickeln, die ihre Entscheidungen in Verantwortung vor Gott und den Menschen treffen können.

Die Erziehung muss dabei das richtige Gleichgewicht zwischen Freiheit und Disziplin finden. Sie muss das Risiko der Freiheit eingehen, aber darauf bedacht sein, falsche Ideen und Entscheidungen zu korrigieren. Die christliche Erziehung ermöglicht die Begegnung mit den absoluten Werten, zu denen besonders die Achtung der Würde des Menschen sowie der Verzicht auf Gewalt in jeder Form gehören.

1.2.2. Die Erziehungs-, Glaubens- und Verantwortungsgemeinschaft

Die Eltern tragen grundsätzlich die Erziehungsverantwortung.

Auftrag der Ganztagsbetreuung ist es, Eltern in ihrer Erziehungsarbeit zu ergänzen, zu unterstützen und zu entlasten. Die Ganztagsbetreuung gibt Orientierungshilfen entsprechend dem christlichen Welt- und Menschenbild. Sie gewährt den Kindern Lebensraum für die individuelle Entwicklung  ihrer Persönlichkeit und bietet den Eltern und Familien Begegnungsraum.

Die ganzheitliche Förderung der jungen Menschen wird konkretisiert in der Hilfestellung bei Verständnis- oder Lernschwierigkeiten.

Die Lehre der Kirche gibt an einer Katholischen Schule die Richtwerte für Bildung und Erziehung vor.

Gleichwohl wird es im Hinblick darauf bei Mitgliedern der Schulgemeinschaft die Erfahrung des  Scheiterns oder von Brüchen geben. Dann ist es Aufgabe der katholischen Schule, nachsichtig damit  umzugehen.

1.3. Zeit, Organisation und Struktur der Hausaufgabenbetreuung/Studierzeit 

Den Schülerinnen soll ein strukturierter Tagesablauf geboten werden, der es ihnen ermöglicht, ihre  schulischen Aufgaben in einer von Selbstverantwortung getragenen Lernkultur zu erledigen.

Außerdem sollen die Schülerinnen ihre Selbstständigkeit und Kritikfähigkeit im sozialen Miteinander entwickeln und festigen lernen. Dazu gehören auch Freizeit, Spiel- und Entspannungsphasen. Durch die gemeinsame Freizeitgestaltung erhalten die Schülerinnen die Möglichkeit ihre sozialen Kompetenzen zu stärken.

Im Anschluss an den Vormittagsunterricht von 08:05 Uhr bis 13:05 Uhr hat die Mädchenrealschule Marienburg von Montag bis Donnerstag für den Zeitraum von 13:05 Uhr bis 17:15 Uhr ein Ganztagsangebot aufgebaut. Hierbei werden den Schülerinnen betreute oder auch eigenaktiv gesteuerte Angebote unterbreitet.

1.3.1.  Tagesablauf

Tagesablauf13:05 bis 13:30 UhrGemeinsames Mittagessen
13:30 bis 14:00 UhrPause mit Spielen im Freien
Projekte / Freizeit
14:00 bis 15:45 Uhr1. Studierzeit
Selbstständiges Erledigen der Hausaufgaben/Gruppenarbeit/Lernzeit/
Intensive Stoffbesprechung der Hauptfächer mit Lehrkräften
15:45 bis 16:00 Uhr: Lernpause
 16:00 bis 17:15 Uhr: 2. Studierzeit / Projekte
Lernzeit / Hausaufgabenzeit

1.3.2. Ganztag als Lebensraum 

Lebensraum heißt:

  • dass sich die Schülerinnen auch gerne in der Einrichtung aufhalten,
  • sie sich dort aufgehoben, unterstützt und angenommen fühlen. Außerdem können sie sich mit ihren Anlagen und Neigungen einbringen.

Lebensraum Ganztag umfasst daher neben dem schulischen Unterricht folgende  Bereiche:

  • Mittagessen anschließend gebundene und ungebundene Freizeit
  • Studierzeit zur Erledigung der Hausaufgaben und zur Unterrichtsvorbereitung

Ungebundene Freizeit ist kein Lückenfüller im Ganztagsangebot, sondern ein wichtiges Element in  einer umfassenden Persönlichkeitsentwicklung. Fühlen sich die Schülerinnen ständig unter  Beobachtung würde dies zusätzlichen sozialen Stress verursachen. Wie auch in der Familie zu Hause benötigt jedes Mitglied einen persönlichen Rückzugsort und eine gewisse Zeit für eine gesunde psychische Entwicklung.

Andererseits kann und soll die ungebundene Freizeit nicht nach einem Laisser-faire-Prinzip ablaufen.

Das heißt, die Ganztagsbetreuung bietet Räumlichkeiten an, die den genannten Erfordernissen entgegenkommen und die dem vom Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) gesetzten Qualitätsrahmen für offene Ganztagsschulen entsprechen:

Dazu gehören:

  • Aufenthaltsräume mit der Möglichkeit zu Spiel und kreativem Gestalten
  • Bewegungsmöglichkeiten auf dem Pausenhof und in der Aula
  • Arbeits- und Sitznischen
  • Studienraum
  • Lernzimmer mit PC
  • GTB-Küche

Diese Räumlichkeiten wurden vom Sachaufwandsträger, dem Bischöflichen Ordinariat Eichstätt, in guter Qualität realisiert.

1.4. Gestaltung der Studierzeit

Nach dem gemeinsamen Mittagessen mit anschließender Pause beginnt die Studierzeit. Schülerinnen, die einen Intensivierungskurs besuchen, erledigen ihre Hausaufgaben später.

Während der Hauptstudierzeit (14:00 Uhr bis 15:45 Uhr) bemühen wir uns um eine gute Lernatmosphäre, dabei sind wir auf das Wollen und eine angemessene Arbeitshaltung der Mädchen angewiesen. Die Hausaufgabenbetreuung ist uns täglich sehr wichtig. Allerdings ist während dieser Zeit nur eine bedingte Hilfe unsererseits möglich, da wir eine Gesamtverantwortung für alle Mädchen haben. Wir bieten Lernhilfen an und organisieren auch Kleingruppen zum Lernen, in denen  sich die Schülerinnen gegenseitig und selbständig helfen können. Damit haben wir bisher gute  Erfahrungen gemacht. Bei den einen werden Unsicherheiten und Fragen geklärt, bei anderen festigt  sich der Stoff und sie erwerben soziale Kompetenz.

Ziel der Betreuung ist es:

  • den Schülerinnen die Gelegenheit zu geben, die Hausaufgaben regelmäßig, in Ruhe und in einem angemessenen Zeitrahmen zu erledigen und sie zur Rücksichtnahme auf ihre Mitschülerinnen und gegenseitige Hilfestellung anzuhalten.
  • die Heranwachsenden zur selbständigen Bearbeitung der Hausaufgaben zu befähigen und zu motivieren.
  • die Erledigung der mündlichen Hausaufgaben zu ermöglichen, wozu auch das  Abfragen durch Betreuer oder Mitschülerinnen gehört (falls ausreichend Zeit und der Wunsch der Schülerinnen dazu besteht).
  • das gemeinsame Lernen zu ermöglichen
  • die Schülerinnen bei der Vorbereitung auf Schulaufgaben zu unterstützen (Ausgabe  von Übungen bei Bedarf) und in Lerntechniken zu schulen
  • die Schülerinnen im Umgang mit Nachschlagewerken und anderen Hilfsmitteln einzuführen

Die Betreuer sollen die Schülerinnen anhalten, Verantwortung für das eigene Lernpensum zu übernehmen. Es werden Regeln vereinbart und eingeübt, die den erfolgreichen Verlauf der Studierzeit gewährleisten. Die Betreuer leisten Hilfestellung, wobei das tatsächliche Leistungsvermögen der Schülerinnen nicht verschleiert werden darf. In der Studierzeit wird kein  Nachhilfeunterricht gegeben.

In Anlehnung an das Konzept zur individuellen Förderung ist es den Betreuern ein Anliegen, dass jedes Kind in seiner Persönlichkeitsentwicklung unterstützt und kontinuierlich in seinem Lernen begleitet wird. Individuelle Stärken werden ausgebaut und jedes Mädchen wird zu einem positiven Umgang mit ihren Schwächen ermutigt.

Die Erledigung der Aufgaben wird stichprobenartig überprüft. Dabei wird auf einen wertschätzenden  Umgang mit den Kindern und auf die Würdigung geleisteter Arbeit geachtet.

1.4.1. Oberer Stock

Auf dem 2. Stock befinden sich hauptsächlich Schülerinnen der 5. und 6. Jahrgangsstufe in den ehemaligen Internatszimmern des Gebäudes, die umgestaltet wurden.

Hier werden die Schülerinnen durch ein Team von zwei Betreuern betreut, die für die Studierzimmer zuständig sind. Durch den Einsatz des Hausaufgabenheftes der Schülerinnen (mit dem Stundenplan des jeweiligen nächsten Tages), lernen diese sich auf den nächsten Schultag optimal und vollständig vorzubereiten. Das Hausaufgabenheft umfasst die Wochentage von Montag bis Freitag und gliedert sich in mündlich und schriftlich vorzubereitende Fächer. Die Erzieherinnen signieren diese bei erfolgreicher Erledigung mit ihrer Unterschrift im jeweiligen Hausaufgabenheft der Schülerinnen. Dadurch haben nicht nur die Erzieherinnen, sondern auch die Schülerinnen und Eltern zu Hause einen Überblick über die noch offenen Haus- und Lernarbeiten.

Bis 15:00 Uhr sollen sich die Schülerinnen leise mit schulischen Aufgaben befassen, damit für alle Schülerinnen ein konzentriertes und zielgerichtetes Arbeiten möglich ist. Für den Fall, dass Schülerinnen bereits vor 15:00 Uhr mit den Hausaufgaben fertig sind, sollten sie sich mit Materialien aus dem Lernregal beschäftigen.

Für Schülerinnen, die in vollkommener Stille arbeiten möchten, gibt es die Möglichkeit sich für die Stillarbeit Kopfhörer auszuleihen oder sich in einen zusätzlichen Raum zurückzuziehen.

1.4.2. Unterer Stock

Auf dem 1. Stock befinden sich Schülerinnen ab der 7. bis zur 10. Jahrgangsstufe.

Da die Schülerinnen bereits alle mindestens 13 Jahre alt sind, sollen die Hausaufgaben in selbständiger Form erledigt werden können. Das Hausaufgabenheft dient als freiwillige Unterstützung und weniger als Kontrollinstrument. Wert wird gelegt auf Eigenverantwortung und Teamarbeit. Sofern Lehrerstunden der GTB zur Verfügung stehen, kümmern diese sich verstärkt um  die Belange der Schülerinnen des 1. Stocks. Lerngruppen finden zusammen teils mit/teils ohne  Lehrer statt. Durch einen pädagogische Betreuer besteht die Möglichkeit Unterstützung  bei der Erledigung der Hausaufgaben, Abfrage und Vorbereitung zu den Prüfungen zu finden.

1.4.3. Allgemeines

Es ist noch anzumerken, dass manchen Mädchen die Hauptstudierzeit nicht reicht, um sich für den Unterricht am nächsten Tag vorzubereiten. Deshalb bieten wir im Rahmen unserer Möglichkeiten von Montag bis Donnerstag in der Zeit von 16:00 Uhr bis 17:15 Uhr  eine intensivere Lernzeit an. Diese Möglichkeit ist im Betreuungsbeitrag enthalten und kann tageweise genutzt werden.

Aufgrund der Komplexität der vielen Kleingruppen (bedingt durch die 16 Zimmer) und der speziellen Entwicklungsphasen der Pubertät, stehen sozialpädagogische Hilfestellungen zur Verfügung, z. B. Krisenintervention, Elterngespräche bei Bedarf usw.

1.5. Betreutes Mittagessen

1.5.1. Der Speisesaal

Die Schülerinnen der GTB nehmen ihr Mittagessen verpflichtend gemeinsam im Speisesaal ein, auch  wenn keine Verpflegung bei der Anmeldung gebucht wurde.

Dies bietet die Möglichkeit zur Stärkung des Gruppengefühls der Schülerinnen als GTB-Gemeinschaft.

1.5.2. Das Mittagessen

Es besteht die Möglichkeit zwischen einer ausgewogenen Mischkost oder einem vegetarischen Gericht zu wählen, die beide im Wirtschaftsbereich zubereitet werden. Beides wird über Kitafino von den Eltern bestellt.

Es gibt täglich eine warme Suppe, ein Hauptgericht und zweimal wöchentlich zusätzlich eine Nachspeise, inklusive eines Getränks. Die Teilnahme am Mittagstisch ist verpflichtend, da das gemeinsame Einnehmen der Mahlzeit einen wichtigen Punkt im Tagesablauf der GTB darstellt.

Über die Sicherstellung einer ausgewogenen Ernährung, enthält die Mittagessenszeit auch eine wichtige soziale und kulturelle Komponente:

Das Wir-Gefühl wird gestärkt und die Kinder können sich untereinander und mit ihren Betreuern bei einem familienähnlichen Miteinander austauschen, beispielsweise ihre Erlebnisse des Schulvormittags erzählen, Verabredungen für die Freizeit treffen und den Kontakt zur Betreuungskraft für Lob, Trost und Unterstützung suchen. Diese wiederum lernen die Kinder genauer kennen und erhalten hier bereits Informationen über den Vormittagsunterricht, die gegebenenfalls für die weitere Nachmittagsgestaltung und die Hausaufgabenbetreuung von Wichtigkeit sind.

1.5.2.1. Das Küchensystem

Das Küchensystem der Ganztagsbetreuung ist eine Aufbereitungs- und Ausgabeküche. Das bedeutet, wir bekommen das bereits zubereitete, schock gekühlte Essen („Cook-and -Chill-Verfahren“) vom Wirtschaftsbereich der Kongregation der Schwestern von der Schmerzhaften Mutter. Anschließend wird dieses in unserem Kombidämpfer erwärmt und dann tischweise in Edelstahlpfannen verteilt bzw. am Wagen ausgeteilt.

1.5.2.2. Das Ernährungskonzept

 Das Mittagessen besteht täglich aus:

  • einer Suppe
  • einer warmen Hauptspeise
  • Salat
  • alternativ: Müsli mit Joghurt
  • zweimal/Woche eine zusätzliche Nachspeise (Süßspeise oder Obst)

Die Getränke sind ausschließlich mineralisiertes Wasser, da auf zuckerhaltige Säfte und Limonaden bewusst verzichtet werden soll. 

Auf dem wöchentlichen Speiseplan finden sich beispielsweise:

  • überbackene Hühnerbrust mit Salat
  • Gemüselasagne
  • selbst zubereitete Pizza
  • Hamburger zum selbst belegen mit frischen Zutaten
  • traditionelle, regionale Gerichte (Sauerkraut und Bratwürste, Schweinebraten und Knödel)

1.5.2.3. Nachhaltigkeit und Regionalität

Die Leitung der Großküche achtet auch Nachhaltigkeit und Regionalität. So werden nur große Gebinde (10-Liter-Milchpackungen; 5-Liter-Yoghurt-Eimer) verwendet. Lieferanten im nahen Umkreis garantieren kurze Wege und auch der Bezug des Essens durch die Großküche (unmittelbar auf dem Klostergelände) sichert die Nachhaltigkeit. Ebenso werden dadurch Arbeitsplätze in der Region geschaffen.

Einweggeschirr findet in der Küche der Ganztagsbetreuung keinen Platz.

Der Großlieferant der Produkte ist OMEGA-SORG aus Rednitzhembach, auch die Wurst-und Fleischwaren werden regional bezogen. Spätzle, Schupfnudeln und Klöße stammen von der Firma  Henglein. Die frischen Eier werden sogar direkt aus Abenberg verwendet.

Um dem HACCP-Konzept zu genügen, wird vorwiegend Tiefkühlgemüse verarbeitet, wobei dieses Gemüse aus dem Nürnberger Knoblauchsland stammt (Regionalität).

1.5.3. Im Speisesaal

Die Zusammensetzung an den Esstischen „Wer sitzt neben wem?“ wird den Kindern klassenweise überlassen. Um den Geräuschpegel im Speiseraum so gering wie möglich zu halten, um Drängeln,  Schubsen und Gerangel zu vermeiden, aber besonders um einen zeitgleichen Beginn und ein  gemeinsames Essen zu gewährleisten, wird vom herkömmlichen Anstellprinzip mit der individuellen Essensausgabe abgewichen. Die Erzieherinnen bedienen die Schülerinnen soweit es möglich ist am Tisch.

1.5.4. Das gemeinsame Essen

Die Kinder sollen wichtige Aspekte unserer Ess- und Tischkultur einhalten und lernen, auch auf die Bedürfnisse der Tischnachbarn Rücksicht zu nehmen. Die Erzieherinnen werden gegebenenfalls die Kinder anhalten, sich bei Tisch gegenseitig zu helfen und zu unterstützen. Auch soll darauf geachtet werden, dass über das Essen keine abfälligen Bemerkungen gemacht werden, nur weil es einem Kind persönlich nicht schmeckt. Allerdings wird kein Kind gezwungen aufzuessen oder Lebensmittel zu essen, die es nicht möchte. Während des Essens darf sich in angemessener Lautstärke unterhalten werden. Nicht angemessen erscheint ein Gespräch oder Geschrei über mehrere Tische hinweg auch wird auf unangemessene Tischmanieren hingewiesen.

1.5.5. Nach dem Essen

Nach dem Essen übernehmen die Schülerinnen ihren jeweiligen Dienst, der in Absprache mit der verantwortlichen Erzieherin eingeteilt wird. Es gibt Spüldienst, Silberflächendienst, Kehr- und Tischdienst. Gemeinsam sind die Schülerinnen für das Abräumen ihres Tisches verantwortlich.

Besonders das tägliche gemeinsame Dankesgebet nach dem Essen ermöglicht einen kurzen Moment der Besinnung und stärkt die Achtsamkeit. 

Im Anschluss daran werden tagesaktuelle und organisatorische Informationen an die Schülerinnen weitergegeben und es besteht die Möglichkeit dringende offene und für die Gemeinschaft relevante Themen zu besprechen.

1.5.6. Gültige Verhaltensregeln

Insgesamt gelten die Absprachen, die mit den Betreuern vereinbart wurden, die Ordnungs- und  Verhaltensregeln des Speiseraums sowie die Hausordnung. Wer gegen die Regeln im Speisesaal mehrfach verstößt, wird mit einer erzieherischen Maßnahme beispielsweise einem zusätzlichen Ordnungsdienst rechnen müssen.

1.6. Pädagogisch betreute Freizeitangebote

1.6.1. Zielsetzung

Das Freizeit- und Neigungsangebot soll die verschiedenen Interessen der Schüler wecken und fördern und zur Reflexion des Freizeitverhaltens anregen. Kinder und Jugendliche erfahren und lernen mit den betreuten Freizeitangeboten eine sinnvolle Alternative zu Handy-/Fernsehkonsum sowie zu Social Media. Die Schülerinnen bestätigen ihren verantwortungsvollen Handy-Verzicht mit ihrer Erklärung beim Eintritt in die GTB.

1.6.2. Umfang des Angebots

1.6.2.1. Während der Schulzeit

Das Freizeit- und Neigungsangebot besteht aus sportlichen, künstlerischen und konzentrations- und entspannungsfördernden Aktivitäten und bietet pädagogisch sinnvolle und altersadäquate Angebote, die auch klassen- und jahrgangsübergreifend sind.

An der Erstellung des Angebots sollen die Schülerinnen beteiligt werden.

Bei den Aktivitäten der gebundenen und ungebundenen Freizeit kann die Schülerin wählen, ob sie daran teilnehmen möchte.

1.6.2.2. Feste im kirchlichen Jahreskreis und andere Feierlichkeiten

Zu Beginn des Kirchenjahres wird eine gemeinsame Weihnachtsfeier zelebriert (z. B. Waldweihnacht),  darauf folgen Faschingsfeier am unsinnigen Donnerstag und eine Osterfeier.

Weitere Feierlichkeiten wie Abschlussfeier der 10. Klasse und Geburtstage, Jubiläen, Schulfeste und  Sommerfeste haben ihren festen Platz im Terminkalender der GTB.

2.   Rahmenbedingungen

2.1. Personelle Betreuung

Das Personal wird von der Diözese Eichstätt angestellt und bezahlt. Je nach Kinderanzahl und Verfügbarkeit besteht das Team aus bis zu 3 bis 4 Mitgliedern (Lehrkräfte, Erzieherinnen, päd. Mitarbeiterinnen). Mit diesem Personal werden von 11:00 – 17:15 Uhr die folgenden Aufgaben abgedeckt:

  • Organisation und Sekretariat der GTB
  • ggf. Unterstützung/Aufsicht im Schulbetrieb
  • Vorbereitung, Betreuung und Nachbereitung des Mittagessens
  • Betreute Freizeit
  • Betreuung der Studienzeit
  • Ausgabe und Korrektur von Lernmaterial
  • ungebundene Freizeit
  • Elternarbeit
  • Abstimmungsgespräche mit der Schulleitung
  •  Kirchliche Feste und Schulfeste

2.2. Finanzierung

Pro Gruppe erhält die GTB einen bestimmten, von der Regierung Mittelfranken festgelegten Betrag.

Dazu fällt für die Eltern ein monatlicher Betreuungsbetrag von 75 Euro an. Daneben wird ein einmaliges Materialgeld in Höhe von 15 Euro erhoben.

2.3. Raumprogramm für die Offene Ganztagsschule

2.3.1. Anforderungen an die Räume für die Ganztagsbetreuung

Lernräume sollten generell auch Lebensräume sein, doch bei der Ganztagsbetreuung sind sie es im besonderen Maße, denn die Räume einer Ganztagsklasse müssen ihren Benutzern ein gewisses Maß an Privatheit ermöglichen. Der Mensch benötigt, um sich wohl zu fühlen, eine gewisse Raumsouveränität, dies heißt, bestimmen zu können, wer sich in einem Raum aufhält, wie man sich verhält und wie er gestaltet wird.

Dazu gehört ein eigener, individuell gestalteter Arbeits- und Aufenthaltsplatz, mit dem sich die Schülerin identifizieren kann. Rückzugsmöglichkeiten und Orte, an denen er Einfluss nehmen kann, wer kommt und geht und an denen er unbeobachtet ist. Daher sind verschiedene Räume, die unterschiedliche Funktionen erfüllen und mit denen die Schülerinnen positive Emotionen verbinden können Grundvoraussetzung, um das Wohlbefinden der Schülerinnen zu ermöglichen und um ihre optimale Entwicklung zu fördern.

Besonders wenn man sich einen Raum mit vielen Personen teilen muss, kommt es oft zu einem  Gefühl der Enge. Dieses Gefühl kann je nach sozialer Kompetenz der Personen zu unterschiedlichen Bewältigungsstrategien, von Rückzug bis zu aggressivem Verhalten, führen. Besonders von Kindern wird in ihrem Schulalltag viel Toleranz im täglichen Miteinander gefordert, da sie sich oft aufgrund der räumlichen Struktur und Größe nicht aus dem Weggehen oder zurückziehen können. Daher müssen besonders für Kinder einer Ganztagsbetreuung Nischen geschaffen werden, die es der einzelnen oder einer kleinen Gruppe ermöglichen, sich zurückzuziehen.

Die Ganztagsbetreuung hat auf zwei Stockwerken insgesamt 19 Studierzimmer und vier Lernzimmer. Außerdem die GTB-Küche, ein Erzieherzimmer, Büro,  Materialzimmer und Sanitäranlagen. In den Lernzimmern befinden sich auch Computer, die für die Schülerinnen zur Verfügung stehen.

Für aktive Freizeitgestaltung stehen der GTB die Turnhalle, die Pausenhalle und der Pausenhof der Schule zur Verfügung.

2.3.2. Gestaltung und Größe eines allgemeinen Aufenthaltsraumes

Ein Aufenthaltsraum für die Ganztagsschülerinnen muss verschiedene Funktionen erfüllen. Er muss soziale Kommunikation für Gruppen unterschiedlicher Größe ermöglichen, Spiel- und Freizeitaktivitäten im gewissen Rahmen zulassen, ebenso Rückzugsmöglichkeiten für Einzelne und kleinere Gruppen schaffen. Das heißt, er muss sich flexibel und schnell an die wechselnden Bedürfnisse der Schülerinnen anpassen.

Das Raummaß eines Aufenthaltsraumes richtet sich ebenso wie die Größe des Studierzimmers nach der Anzahl der Schülerinnen, die ihn nutzen.

Im Folgenden wird das für eine Ganztagsschule notwendige Raumprogramm skizziert:

BereichBeschreibungRäume
ArbeitZur Erledigung der Hausaufgaben und zum Lernen müssen geeignete Arbeitsplätze vorhanden sein. Zugang zu Computerarbeitsplätzen ist notwendig.Studier-/Lernzimmer (mit PC)
BegegnungZur Pflege der sozialen Beziehungen sind Sitzecken in der Küche, in Lernzimmern und auf dem Gang geschaffen. Das Ausleihen von Spielen ist möglich und das gemeinsame Gespräch wird gefördert.GTB-Küche, Rückzugsecken, Sitzplätze, Lernzimmer
RückzugEin Ruheraum sowie Sitzgruppen innerhalb und außerhalb des Gebäudes bieten den Schülern die Möglichkeit zum Rückzug.Lernzimmer, Sitzplätze im Freien
MedienZugang zu Büchern und elektronischen Medien ist notwendigLernräume und Erzieherzimmer
BewegungRäume für Spiel und Bewegung, Freiflächen für Ball- und FangspieleTischtennis, Kicker, Turnhalle, Pausenhof, Wiese
GestaltungRäume zum Malen, Basteln, Nähen, u.a.Lernzimmer und GTB-Küche
UnterstützungHilfe von Pädagogen, Betreuern und LehrernBüro, GTB- Küche, Mehrzweckraum
EssenMittagessenSpeisesaal, GTB-Küche

3. Zusammenfassung

Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass sich die uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen am Nachmittag in der Schule wohlfühlen und sie die Ganztagsbetreuung als einen Ort des Miteinanders und der Gemeinschaft erleben. Durch den Besuch GTB sollen sowohl die Schülerinnen als auch deren Eltern erfahren, dass dieses Angebot unserer katholischen Schule einen wesentlichen Beitrag zu einer ganzheitlichen Erziehung leistet.