Lauf gegen den Hunger und Musical „Das Hexenhaus“ als Highlights

Am Nachmittag des 29.05.2019 fand das diesjährige Schulfest an der Mädchenrealschule Marienburg Abenberg statt. Gleich zu Beginn der Veranstaltung begrüßte Schulleiterin Doris Hengster die Anwesenden sehr herzlich und zeigte sich erfreut über die zahlreichen Gäste. Die Direktorin wünschte schöne und entspannte Stunden und bedankte sich bereits an dieser Stelle bei allen, die zum Gelingen der Festivität beitrugen. Abgerundet wurde die Begrüßung durch eine Zumba-Aufführung der zehnten Jahrgangsstufe, welche diese weitestgehend in Eigenregie erarbeitet hatte.

Trotz der kühlen Temperaturen an diesem Tag, die dazu führten, dass das Fest kurzerhand in das Schulgebäude verlegt wurde, kamen die Schülerinnen der MRS Marienburg Abenberg ganz schön ins Schwitzen. Fast alle Kinder und Jugendlichen beteiligten sich an dem Schulprojekt Lauf gegen den Hunger, welches von der internationalen Hilfsorganisation Aktion gegen den Hunger umgesetzt wird, und gaben dafür ihr Bestes. Für jede gelaufene Runde erhielten die Mädchen einen zugesicherten Geldbetrag von ihren Laufpaten, die die Schülerinnen im Vorfeld mobilisiert hatten. Die gesammelten Spenden unterstützen die lebensrettenden Projekte von Aktion gegen den Hunger in 50 Ländern. Bereits einige Wochen vor dem Lauf hatte eine Mitarbeiterin von Aktion gegen den Hunger, der deutschen Sektion der internationalen entwicklungspolitischen und humanitären Organisation Action contre le Faim,die Schule besucht und die Kinder und Jugendlichen sowie die Lehrer über Ursachen, Ausbreitung und Behandlung von Mangelernährung aufgeklärt. Hierbei hatten die Mädchen einen besonderen Einblick in das Projektland Tschad in Zentralafrika erhalten und erfahren, wie Gleichaltrige dort leben. Seit 39 Jahren unterstützt Aktion gegen den Hunger mehr als 20 Millionen Menschen in rund 50 Ländern, kämpft gegen Mangelernährung und schafft Zugang zu sauberem Wasser und gesundheitlicher Versorgung. Durch ihren unermüdlichen sportlichen Einsatz stellten die Schülerinnen der Mädchenrealschule Marienburg Abenberg wieder einmal ihr enormes soziales Engagement unter Beweis.

Aber auch das schauspielerische und musikalische Können zahlreicher Fünft- und Sechstklässlerinnen, die gemeinsam die Musicalgruppe der Schule unter Leitung von Frau Weidler bilden, konnte bewundert werden. Im bis auf den letzten Platz besetzten Musiksaal gaben die Schauspielerinnen das Stück „Das Hexenhaus“, welches seit Dezember 2018 geprobt worden war, zum Besten. Bereits mit dem ersten Lied entführten die Mädchen die Zuschauer in eine Phantasiewelt, in der man am Tag die Sterne sehen und über das Meer fliegen kann. In die Situation eingeführt wurde man von einer Sängerin (A. Weyermann), welche auch gleich das Publikum gekonnt aktivierte, indem sie dazu aufrief, das Knacken der Äste, die Geräusche der wilden Tiere und das Rauschen des Windes zu imitieren. Die dargestellten Szenen spielten sich nämlich nicht im sicheren Musiksaal ab, sondern in einem tiefen, dunklen Wald. Und diesen darzustellen gelang dem von Z. Brandscher gespielten Techniker aufgrund verschiedener zum Stück gehörender technischer Probleme nicht.

Zum weiteren Inhalt: Auch Frederike (L. Schneider) scheint nicht bewusst zu sein, dass sie sich in einem Wald befindet, denn dies muss ihr erst einmal von ihrem Begleiter Gustav (T. Posch) erklärt werden, welcher darauf hinweist, dass das Vorhandensein verschiedenster Bäume auf einen Wald hindeute. Das Paar klopft schließlich an die Tür eines Hauses, welche von dem an Albert Einstein erinnernden Diener Knarz Knorz (S. Mohr) geöffnet wird. Der Butler betont sofort, dass es sich bei diesem Gebäude um ein besonderes Haus handle. Nach einem Szenenwechsel lernen die Zuschauer Hexe Sansibet (M. Schönfeldt) sowie ihre Töchter Häkchen (M. Seidler), Meggi (S. Schaller) und Peggi (L. Farsbotter) kennen. Während Häkchen nicht davor zurückschreckt Graf Pups (L. Kittsteiner), der bei der Hexenmutter um die Hand von Meggi wirbt, Käsefüße an zu zaubern und ihn rülpsen zu lassen, weigert sich die Umworbene strikt dagegen, zu hexen, da sie befürchtet, davon eine große Nase zu bekommen, und es vorzieht, ein ganz normales Mädchen zu sein. Graf Pups ereilt schließlich das Schicksal, in Tomatensuppe verwandelt zu werden und die Töchter Peggi und Meggi finden sich letztendlich von der eigenen Mutter in Holzpuppen verzaubert wieder. Hexe Sansibet unterläuft indes ein äußerst unglückliches Missgeschick: Sie selbst verwendet das Wort „Hexenhaus“, was dazu führt, dass sie sich in eine Pfeife (E. Shute) verwandelt. Spätestens an dieser Stelle wird dem Publikum bewusst, dass es sich bei den verschiedenen auf der Bühne befindlichen und um Mitternacht sprechenden Gegenständen, nämlich einem Kamin (V. Wurm), einer Lampe (M. Czerwinski), einem Spiegel (D. Lohse) und einem Teppich (J. Lorenz), um verhexte Menschen handelt, die einst den Fehler begingen, „Hexenhaus“ zu sagen. Nach einem Zeitsprung von 300 Jahren erwartet die Zuschauer eine bekannte Szene: Sanne (L. Wiechmann) ist mit ihrer Mutter (L. Schriebl) und ihrem Vater (S. Ziegler) während eines Gewitters in einem dunklen Wald unterwegs. Knarz Knorz, welcher ihnen die Tür eines Hauses, an die sie klopften, öffnet, rät den Gästen, ein bestimmtes Wort besser nicht auszusprechen. Während Sanne und ihr Papa dies berücksichtigen und den Diener vor die für ihn schier unlösbare Aufgabe stellen, eine Tiefkühlpizza zuzubereiten, was ihm auch trotz Hilfe des Publikums nicht gelingt, kann die Mutter nicht widerstehen und sagt „Hexenhaus“, was sie zur Uhr macht. Als sie sich ihrer Familie schließlich zu erkennen gibt, wundert sich Knarz Knorz über das Unverständnis Sannes und ihres Vaters darüber, dass Gegenstände sprechen können. Als schließlich zwei Räuber (M. Kriegbaum und A. Windisch) das kleine Häuschen ausrauben wollen, gelingt es Meggi und Peggi, einen zu überlisten, sodass er „Hexenhaus“ sagt und dadurch zum Ball wird. In der gegebenen Notsituation schaffen es Peggi und die sprechenden Gegenstände schließlich, Meggi davon zu überzeugen, doch zu zaubern. Am Ende finden sich alle Hexen und Menschen in ihrer ursprünglichen Gestalt wieder. Nur die beiden Diebe bleiben ein Ball und eine stinkende Socke.

Die herausragende Leistung der Musicalgruppe, welche ihr Spiel durch mitreißende Lieder und witzige Tänze ergänzte und großartig gefertigte Kostüme trug, wurde mit einem tosenden Applaus belohnt. Ein Dank galt insbesondere Frau Hirmer und Frau Plaumann aus der Ganztagsbetreuung, welche maßgeblich am Gelingen des Musicalprojekts beteiligt waren. Neben vielen anderen setzten sich hierfür auch Hausmeister P. Büchner und Lehrerin J. Bach ein, die zusammen mit den Achtklässlerinnen L. Klump, A. Müller und L. Müller Teile des Bühnenbilds fertigte. Da es aufgrund der großen Nachfrage leider nicht allen Besuchern möglich war, sich die Vorstellung anzusehen, wird das Musical am Donnerstag, den 27.06.2019, um 18:00 Uhr noch einmal aufgeführt.

Damit sich sowohl die Schauspielerinnen als auch die Teilnehmerinnen am Spendenlauf und selbstverständlich alle Gäste stärken konnten, sorgte der Elternbeirat für kulinarische Köstlichkeiten wie Kuchen, Bratwurst- und Steaksemmeln, wofür ihm ein herzlicher Dank gilt. Auch das Team der Ganztagsbetreuung trug einen wichtigen Teil zu der Veranstaltung bei. Dort konnte man sich anhand von Plakaten, welche von Schülerinnen gestaltet worden waren, über das Ökosystem Wald informieren. Außerdem wurde passend zum Leitbild „Schöpfung bewahren“ die Möglichkeit geboten, aus Dosen oder Vogelhäuschen Insektenhotels zu basteln und kleine Bäume zu pflanzen, welche später einmal Teil eines Waldes werden können. Gegen 19:00 Uhr endet schließlich ein rundum gelungenes Fest, bei dem die Schülerinnen der Mädchenrealschule Marienburg Abenberg gezeigt hatten, wie talentiert und engagiert sie sind.

Fr. Lange